Hock dich glücklich: Eine Yogaübung für deine Verdauung

Auch, wenn wir alle gutes Essen und geruhsame Stunden an Weihnachten schätzen, kann das unangenehme Völlegefühl nach hochkalorischen Mahlzeiten die Stimmung nachhaltig trüben. Zum Glück können wir etwas tun, um unseren Magen-Darm-Trakt bei seiner Arbeit zu unterstützen. Auch wenn die Vorstellung eines Verdauungs-Schnäpschens verlockend ist, gibt es gesündere Alternativen, um unser inneres Verbrennungsfeuer anzukurbeln, wie zum Beispiel Yoga.

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Das Schöne: Du musst nicht immer in deine Leggings schlüpfen und die Matte ausrollen, um die Wirkung der alten indischen Tradition auszukosten. Ich zeige dir eine einfache Übung, die du jederzeit zwischen Esstisch und Plätzchenschale praktizieren kannst, wenn du dich voll und träge fühlst.

Die Hock-Dich-Glücklich-Übung

Früher, als wir Menschen noch in der Höhle lebten und uns gemeinsam am Lagerfeuer versammelten, war es ganz natürlich zu hocken. In dieser Position haben wir uns nicht nur die Hände gewärmt, uns Geschichten erzählt, Holz geschnitzt und unser Geschäft erledigt, auch die Essensaufnahme fand im Hocken statt. In Indien kann man noch heute beobachten, wie in dieser Haltung gegessen wird.

Im Zuge der westlichen Zivilisationsgeschichte tauschten wir diese gesunde Sitzhaltung gegen Stühle, Sessel und Sofas. Der Nachteil: Während beim Hocken der Druck der Oberschenkel in Kombination mit der Atmung eine dauerhafte Magen-Darm-Massage ergibt, ist unsere Verdauung in sitzender Haltung komplett sich selbst überlassen.

Die Lösung: Öfter wieder in die Hocke gehen. Mit dieser Kundalini-Yoga-Übung kombinierst du die Vorteile des Hockens mit einer Atemtechnik, die mindestens so verdauungsfördernd wirkt, wie ein Schnaps:

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So geht’s

  1. Stell dich aufrecht hin. Deine Füße zeigen nach vorne und sind schulterbreit voneinander entfernt.
  2. Von hier aus komm in die Hocke. Wenn deine Versen vom Boden abheben, rolle eine Decke zusammen und lege sie als Erhöhung unter.
  3. Strecke deine Arme nach vorne aus und falte deine Hände
  4. Strecke nun deine Zeigefinger aus, als wolltest du auf einen weit entfernten Punkt zeigen.
  5. Die Augen sind ein Zehntel geöffnet. Fixiere auf einen Punkt, um dein Gleichgewicht und deinen inneren Fokus besser halten zu können.
  6. Öffne jetzt den Mund, strecke deine Zunge heraus und beginne, durch den geöffneten Mund zu hecheln wie ein Hund. Bei der Einatmung pumpt sich dein Bauch natürlich auf, bei der Ausatmung fällt er entspannt zusammen.
  7. Nimm auf diese Weise zwei bis drei Atemzüge pro Sekunde und bleibe mindestens eine Minute in dieser Haltung. Je länger du die Übung praktizierst, desto wirkungsvoller. Steigere dich gerne auf drei oder sogar bis zu elf Minuten.

Wirkung

Diese Kundalini-Yoga-Übung stärkt deine rektale Muskulatur. Sie verbindet dich mit dem Element Erde und hilft dir im wahrsten Sinne alles, was du nicht mehr brauchst, an Mutter Erde abzugeben.

Der hechelnde Atem facht dein inneres Verbrennungsfeuer an und gibt deinen Verdauungsorganen eine gute Massage. Beides zusammen fördert das Loslassen, sowohl auf körperlicher, als auch auf mentaler Ebene.

So kannst du wortwörtlich alles Vergangene und alles, was noch schwer verdaulich ist, abgeben.

In diesem Sinne, auf in ein befreites und frohes neues Jahr!

Deine Franziska