Food Blessing

Du bist, WIE du isst

Kannst du dich noch an deine letzte Mahlzeit erinnern? An die Farben der Beilagen? An den Geschmack des ersten Bissens? An das Gefühl des Kauens? Nein? Solltest du aber! Denn Essen bedeutet für deinen Körper und deinen Geist viel mehr als Kauen und Verdauen.

Die Art, wie du isst, entscheidet darüber, wie viel Energie du aus der Nahrung aufnimmst; ob deine Haut strahlt, ob du zunimmst und ob du dich satt und glücklich fühlst.

Weil wir längst vergessen haben, was uns gut tut, beantworten uns die Fragen nach der richtigen Ernährung die Wissenschaftler. So entstanden Trends wie „Low Carb“, „Paleo“ und „Juicing“, um nur einige zu nennen.

Dabei ist es ganz einfach, die richtigen Nahrungsmittel, Menge und Häufigkeit für sich zu entdecken. Mit einem Trend, der so alt ist wie die Menschheit: Das Segnen. Oder um es etwas hipper auszudrücken: Food-Blessing.

Food Blessing: Eine alte Tradition

Schon im Schamanismus, der ältesten bekannten spirituellen Praxis wurde Essen gesegnet. Auch Buddha, Jesus und alle uns bekannten spirituellen Lehrer segneten ihr täglich Brot und alle anderen Lebensmittel, bevor sie zum kauen ansetzten.

Was einst ein wirkungsvolles Power-Tool in Sachen Ernährung war, ist zu einer Formalie ohne Inhalt abgeflacht, bis das Vaterunser schließlich vom Mittagstisch verschwand.

Dabei ist das Segnen, wenn es vom Herzen kommt, ein echter Superfood-Verstärker.

Die Magie liegt in seiner dreifachen Wirkung: Es schafft Bewusstsein, Dankbarkeit und Verbundenheit.

Stell dir vor, du würdest dir vor jeder servierten Mahlzeit einen Moment Zeit nehmen, um dein Essen genau anzusehen, es zu riechen, seine „Schwingung“ zu spüren und allen Menschen zu danken, die an der Produktion und Zubereitung beteiligt waren?

Oder stell dir vor, du schenkst jedem involvierten Lebensmittel deine uneingeschränkte Aufmerksamkeit.

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Bewusst essen und dankbar sein

Vielleicht singst du beim Kochen den Möhren ein Ständchen und bewunderst das satte Grün des Brokkolis. Dann bedankst du dich unbekannterweise bei dem Bauern, der das Gemüse gepflanzt und demjenigen, der es geerntet hat.

Indem du dein Essen genau unter die Lupe nimmst, es riechst und dir bewusst machst, wo es herkommt, erlangst du wieder eine gesunde Beziehung zu deinem Essen.

Du weißt am Abend noch ganz genau, was und wie viel du am Mittag gegessen hast und wie du dich dabei fühltest.

Entsprechend entwickelst du wieder ein gesundes Sättigungsgefühl und spürst auch, wie sich Hunger von Appetit unterscheidet.

Du lässt beim nächsten Mal vielleicht das Brot weg, weil es dich bei deiner Bestandsaufnahme vor dem Essen nicht so sehr anspricht wie das bunte Gemüse und die dampfenden Kartoffeln.

Du weißt wieder, wie ein Apfel riecht und entscheidest dich beim nächsten Mal vielleicht für den kleinen schrumpeligen Bio-Apfel. Einfach weil er duftet, wie bei den Großeltern aus dem Garten.

Du denkst über die Anbaubedingungen nach, über das schöne Arrangement, das der Koch auf deinem Teller gezaubert hat und wie lange er wohl heute noch in der Küche steht.

Dir fällt auf, dass die Bedienung, die dir dein feines Mahl serviert, erschöpft aussieht und bist vielleicht ein wenig nachsichtiger, was den mittelmäßigen Service angeht.

Du nimmst den ersten „Happs“ und freust dich darüber, dass du an diesem Tisch sitzen und dieses Essen genießen darfst.

Du bist wieder verbunden – mit den Menschen um dich herum und mit dir selbst.

Meine Quick-Tipps für dein erstes Food-Blessing:

  1. Wenn du dein Essen selbst zubereitest, untersuche es ganz genau. Die Farbe, Struktur, eventuelle Erdreste und so weiter. Auf diese Weise lernst du deine Lebensmittel besser wertzuschätzen.
  2. Singe oder tanze beim Kochen. Nicht nur Menschen, sondern auch dein Essen freut sich über deine Glücks-Schwingungen.
  3. Sobald das Essen auf deinem Teller ist, nimm dir einen Augenblick, um es genau anzuschauen, es zu riechen und zu spüren. Für Letzteres bietet es sich an, die Hände ein paar Zentimeter über dem Teller zu halten und einfach die Wärme, Kälte und alles, was du fühlst, wahrzunehmen.
  4. Jetzt bedanke dich innerlich bei allen Menschen, die am Produktions- und Zubereitungsprozess beteiligt waren. Vergiss nicht, dich bei Mutter Erde für die Großartigkeiten zu bedanken.
  5. Und schließlich bedanke dich auch bei dir selbst, vor allem, wenn du selbst gekocht hast. Aber auch sonst kannst du dich für deine Arbeit bedanken, mit der du das Essen bezahlst.
  6. Halte deine Hände weiterhin über dem Essen und segne nun alle Lebensmittel mit den Qualitäten, die du dir wünschst, zum Beispiel „mögest du mir viel Energie schenken“. Segne es einfach mit den Eigenschaften, die dir jetzt gut tun.

Bon Appetit, oder sollte ich sagen „Amen“?

Deine Franziska