Weihnachtsbäckerei - So klappt's auch gesund

Lebkuchen, Zimtsterne, SPekulatius - so geht gesundes Backen

Rohkostplatte statt Plätzchenteller? Verbote in der Weihnachtszeit sind so überflüssig wie Adventskalender, die schon im August erhältlich sind. Wer den weihnachtlichen Leckereien aber zu keiner Zeit widerstehen kann, startet möglicherweise sogar mit ein paar Kilo mehr ins neue Jahr. Schließlich locken an jeder Ecke verführerische Weihnachtskekse in allen Formen und Geschmacksrichtungen: Überzogen mit Schokolade, bestäubt mit Puderzucker, mit fruchtig-süßem Marmeladenkern oder unter einer fröhlich-bunten Zuckerglasur. Plätzchen schmecken einfach köstlich und das gemeinsame Backen mit Familie, Freunden oder Partner hat sich quasi zum alljährlich wiederkehrenden sozialen Ritual gemausert. Wer das figurunfreundliche Trio Butter, Zucker und Weißmehl so gut es geht weglassen will, muss allerdings weder auf heimelige Back-Sessions mit den Liebsten verzichten, noch auf den Genuss von selbst hergestellten Plätzchen. Ersetzt man diese ungesunden Lebensmittel nämlich durch gesündere Alternativprodukte und Superfoods, steht dem Naschen ohne Reue nichts mehr im Wege. Wir zeigen euch mit welchen Tipps und Tricks die gesunde Weihnachtsbäckerei zu einem vollen Erfolg wird!

Plätzchen neu erfunden – gesunde Ersatzprodukte und Alternativen

Klein aber oho – Plätzchen sehen unschuldig und süß aus, doch sie haben es faustdick hinter den Ohren. Traditionellerweise werden viele Plätzchen aus Mürbeteig hergestellt. Dieser schmeckt zwar fabelhaft aromatisch, besteht jedoch zum größten Teil aus Butter und damit aus gesättigten Fettsäuren. Da ein gewisser Fettgehalt nötig ist, damit sich der Teig gut ausrollen lässt, kann man die herkömmliche Butter ganz einfach durch Kokosöl ersetzen. Kokosöl wird kalt gepresst, weshalb alle Nährstoffe im Verarbeitungsprozess erhalten bleiben. Es ist nicht nur reich an gut verwertbaren ungesättigten Fettsäuren, sondern auch an Antioxidantien, welche die Zellabwehr stärken. Als i-Tüpfelchen verleiht das Öl dem Teig außerdem einen milden, unaufdringlichen und süßen Kokosgeschmack.

Kokosöl kann auch zum Einsatz kommen, wenn das fertige Gebäck mit einem Schokoladenüberzug veredelt werden soll. Wer hier zu zuckerlastiger Vollmilchschokolade greift, pimpt seine Plätzchen jedoch hautpsächlich mit jeder Menge zusätzlicher Kalorien. Dabei lässt sich durch rohen Kakao und Kokosöl eine ebenso leckere Schokoglasur anrühren, die jedem Plätzchen das gewisse gesunde Etwas verleiht.

Doch nicht nur Fett ist eine Gefahr, die in herkömmlichen Plätzchen lauert. Auch der versteckte Zucker in dem Gebäck wartet nur darauf, uns auf die Hüften zu schlagen. Kokosblütenzucker und Agavendicksaft sind hervorragend geeignete Zuckerersatzprodukte. Beides versüßt den Teig, ohne dabei den Blutzuckerspiegel allzu sehr ansteigen zu lassen.

Wem normale Mürbeteigplätzchen zu langweilig sind, wagt sich an exotischere Variationen. Doch Finger weg von Rezepten mit Alkohol oder Marzipan. Letzteres enthält nicht nur sehr viel Fett, sondern auch schädlichen Zucker. Wer den Marzipangeschmack in seinen Plätzchen vermisst, kann mit gemahlenen Mandeln und einer Extraportion Agavendicksaft oder Ahornsirup nachhelfen. Sehr beliebt sind auch die mit Marmelade oder Cremefüllungen verfeinerten Spitzbuben. Mit bis zu 100 Kalorien schlägt hier ein einziges Plätzchen zu Buche, was nicht nur an dem Keks-Doppeldecker liegt - die zuckerlastige Marmelade trägt Mitschuld. Unser Trick: Statt herkömmlicher Marmelade besser ein mit Stevia gesüßtes Alternativprodukt verwenden und kleinere Kekse ausstechen, um zusätzliche Kalorien einzusparen.

Der Trick mit kleineren Gebäckstücken zahlt sich auch bei dem Klassiker Lebkuchen aus. Die vorgefertigten Oblaten geben oft eine gewaltige Portionsgröße vor, sodass wir uns schnell dazu verführen lassen, mehr zu essen als eigentlich beabsichtigt. Besser: Die Oblaten nochmals zuschneiden und bei gekauften Süßwaren vor allem die Variante ohne Glasur wählen. Ansonsten kann man bei Lebkuchen zuschlagen, denn sie enthalten weitestgehend ungesättigte Fettsäuren aus gehackten oder gemahlenen Nüssen. Je mehr Nüsse im Gebäck enthalten ist, desto besser. Manche Lebkuchen kommen sogar ganz ohne Mehl aus. Die Süße der Weihnachtsleckereien stammt oftmals aus Honig anstatt aus Zucker, was ihnen nochmal einen extra gesunden Pluspunkt verschafft.

Vegane und glutenfreie Backstube

Wer an Lebensmittelunverträglichkeiten leidet oder sich vegan ernährt, hat an gekauften Plätzchentellern keinen großen Spaß. Macht auch nichts, denn selbstgemacht schmecken Plätzchen sowieso am besten. Naschkatzen mit Glutenunverträglichkeiten können das Mehl durch gemahlene Nüsse und Haferflocken, sowie Mandelmehl, Buchweizenmehl oder das besonders proteinreiche Sojamehl ersetzen. Da durch die Substitution von Butter durch Kokosöl bereits Milchprodukte eingespart wurden, muss man für die vegane Version nur noch einen Ei-Ersatz finden. In vielen Rezepten kann das Ei einfach weggelassen werden. Sollte sich der Teig dennoch schlecht ausrollen lassen, kann auch eine halb erhitzte, zerquetschte Banane oder ein Löffel Apfelmus Abhilfe verschaffen. Oder man wendet unseren speziellen Superfood- Tipp an: Einfach 1 EL Chia Samen in 2,5 EL warmem Wasser quellen lassen und das daraus entstehende Gelee wie ein rohes Ei weiterverarbeiten. Erfordert ein Rezept wie bei Lebkuchen die Zugabe von Honig, lässt sich ein ähnlicher Geschmack durch Agavendicksaft oder Ahornsirup erzielen.

Gesunde Gewürze

Weihnachtsbäckerei_imText(4)Gewürze wie Zimt, Anis, Kardamom, Nelken und Vanille verströmen nicht nur einen herrlich weihnachtlichen Duft in der Küche, sondern sind aufgrund ihrer wirkungsvollen Inhaltsstoffe auch sehr gesund.

Pimp your Plätzchenteller

Ein Adventssonntag ohne Plätzchenteller? Unvorstellbar. Doch außer dem obligatorischen Weihnachtsgebäck können auf einer liebevoll angerichteten Platte auch noch ganz andere gesunde Lebensmittel zum adventlichen Knabbern verleiten und die Feiertage versüßen. Die Weihnachtszeit ist auch bekannt für ihr großes Angebot an Zitrusfrüchten wie Mandarinen und Orangen. Die Vitaminbomben strotzen nur so vor Vitamin C und sind somit genau das Richtige, wenn man nach einem langen Spaziergang im Schneegestöber nach Hause kommt und nicht krank werden will, da das Vitamin C zu einer normalen Funktion des Immunsystems beiträgt.

Weihnachtsbäckerei_imText(5)Auch die bekannten tiefroten Nikolausäpfel machen sich gut auf weihnachtlichen Plätzchentellern und locken mit ihrem fruchtig süßen Geschmack, sowie Vitaminen und Ballaststoffen. Ein weiterer Klassiker sind Nüsse in allen vorstellbaren Varianten. Egal ob Walnüsse, Paranüsse, Mandeln oder Macadamia – Nüsse sind reich an essentiellen ungesättigten Fettsäuren und die ideale Nervennahrung gegen den Vorweihnachtsstress.

 

Gesund aber nicht langweilig – weihnachtliche Rezeptvielfalt

Unsere Ideen und Tipps, wie du aus herkömmlichen Plätzchenrezepten durch ein paar gesündere Alternativprodukte einen gesundheitsbewussten Plätzchenteller zaubern kannst, lassen Spielraum für allerlei Experimentierfreudigkeit. Für alle, die zusätzlich auf der Suche nach gesunder Inspiration sind oder sich nicht zutrauen, Omas Rezepte einfach umzuwandeln, haben wir einige einzigartige und super leckere Rezepte kreiert, die nur darauf warten, nachgebacken zu werden. Diese Rezepte findet ihr schon bald in unserem WYLD Christmas-Rezepte Booklet.