Parkour und Freerunning

Suche dir deinen eigenen Weg und zeig was du kannst!

Hier stellen wir euch gleich zwei Sportarten vor, die sich sehr ähnlich sind, für die Sportler jedoch bedeutend unterschiedlich: Parkour und Freerunning. Bei beiden Trendsportarten rennen Menschen rastlos durch die Stadt und springen über Zäune und Mauern. Wo liegt dabei aber nun der Unterschied? Wir haben ein bisschen recherchiert.

Parkour - mehr als nur Sport

Parkour - suche dir deinen eigenen Weg!

Hast du dich schon mal gewundert, warum Menschen von einem Moment auf den anderen über Mauern springen, über Zäune klettern oder von Mauern runter hüpfen und dann auch genauso schnell wieder verschwunden sind? Dann bist du höchstwahrscheinlich einem sogenannten Traceur begegnet. Traceure sind Läufer, die die Trendsportart Parkour betreiben. Beim Parkour versucht man so schnell wie möglich von einem Ort zum anderen zu gelangen - mit Hindernissen und ohne jegliche Hilfsmittel.

Parkour als Jugendkultur

Begründet wurde der Parkour-Sport in den frühen 80er Jahren von dem Franzosen David Belle. Von seinem Vater, einem ehemaligen Soldaten im Vietnam-Krieg, lernte David in den Wäldern, wie man am schnellsten vor seinen Gegnern flüchten konnte. Nach seinem Umzug nach Paris versuchte David das Erlernte auf die urbanen Gegebenheiten zu übertragen. Zusammen mit Freunden veranstaltete er Verfolgungsjagden über die unterschiedlichsten Hindernisse. Daraus entstand dann mehr und mehr eine Art Sport, welche seither immer mehr Anhänger findet.

 

 

Springender Traceur Traceur beim Parkour laufen

Parkour ist mehr als nur Sport

Parkour wird zwar oft als neuer Trendsport beschrieben, doch für die meisten Traceure handelt es sich vordergründig nicht unbedingt um Sport. Es geht nicht darum, Wettbewerbe zu gewinnen oder anzugeben. Es geht viel mehr darum, Hindernisse - im natürlichen wie auch im urbanen Raum - so schnell wie möglich zu überwinden, ohne dabei kostbare Energie zu verschwenden. Man kann sich das so vorstellen: Man wird von jemandem verfolgt und möchte diesem so schnell wie möglich entkommen. Aber auf dem Weg befinden sich viele Hindernisse in Form von Zäunen oder Mauern. Ihnen aus dem Weg zu gehen kostet viel zu viel Zeit und Geld - also warum nicht einfach drüber springen? Beim Parkour versucht man also mit so wenig Energieverlust wie nur möglich, Barrieren zu überwinden und anschließend weiter zu rennen, um schnellstmöglich das gewünschte Ziel zu erreichen.

Die professionellen Läufer bezeichnen Parkour gerne als Kunst, bei der man sein eigenes Können, seinen Ehrgeiz und seine Kreativität einsetzt, um auf die geschickteste Weise Hindernisse zu überwinden und sich dadurch neue Wege erschließt. Für manch andere ist es sogar eine Art Meditation, wobei es darum geht, Körper und Seele in Einklang zu bringen und die eigenen Grenzen zu entdecken.

Freerunning vs. Parkour

In diesem Zusammenhang ist Parkour auch nicht mit dem sogenannten Freerunning zu verwechseln. Freerunning wurde von Sebastien Foucan erfunden, einem Trainingspartner von David Belle. Ursprünglich wurden die Begriffe Parkour und Freerunning als Synonyme verwendet, bis die Diskussion begann, ob man auch akrobatische, nicht-effiziente Bewegungen in den Lauf einbauen darf. Sebastien schaffte mit Freerunning eine gesonderte Form des Parkour, welche genau dies erlaubte. Beim Freerunning geht es bei der Überwindung von Hindernissen mehr um die präzise Ausführung der vollführten Sprünge und Tricks. Die Läufer stecken beim Freerunning ihre gesamte Energie in die jeweiligen Tricks, während man beim Parkour seine Energie spart und so effizient wie möglich in den Bewegungen einsetzt. Zudem wird Freerunning auch in Wettkämpfen ausgetragen, was bei Parkour normalerweise nicht der Fall ist.

Freerunning - zeig was du kannst!Freerunning

Dabei wollen die Freerunner aber auch mehr, als nur mit ihren Tricks und Sprüngen angeben. Der Fokus liegt nicht nur auf purer Effizienz, sondern auch auf der individuellen Kreativität und der "künstlerischen Freiheit" in den jeweiligen Bewegungen. Die Bewegungsabläufe setzen sich aus den unterschiedlichsten Bewegungen zusammen: Frontflip (oder auf Deutsch: Vorwärtssalto), das Gleiche zur Seite und nach Hinten - Sideflip und Backflip, Butterfly Twist, Wallspin und Palmspin sind nur einige beliebte Freerunning-Bewegungen, die beliebig variiert und kombiniert werden können. Viele der Bewegungen wurden aus anderen Sportarten in teilweise abgeänderter Form übernommen, allen voran die Akrobatik. Aber auch Elemente aus dem Tanzen, Bodenturnen, Capoeria, Breakdance und diversen Kampfkünsten werden von den Freerunnern in ihre Sprünge und Bewegungen miteingebaut. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt und so entstehen immer wieder neue Bewegungsabläufe, die bei jedem Hindernis neu erpobt werden wollen.

Aber egal, ob es die Läufer als reinen Sport betreiben oder sich selbst damit ein Stück weit verwirklichen wollen: Wir finden, dass sich sowohl Parkour als auch Freerunning definitiv einen Platz unter den derzeitigen Trendsportarten verdient haben - und daher wird dieser Platz auch brüderlich geteilt.