Mythos Snacking

Wir räumen auf mit den falschen Behauptungen!

Snacks gelten als die Dickmacher schlechthin. Laut Studien sind Snacks mitunter die größten Risikofaktor für Übergewicht. Im heutigen Interview räumt die Ernährungsberaterin Veronika mit den falschen Behauptungen auf und zeigt dir, wie eine gesunde Art des Snackings aussehen kann.

„Snacking führt zu disziplinlosem Essen und man verliert schnell den Überblick“ – wie stehst du zu dieser Aussage?

Snacking ist ein Ernährungsverhalten, welches gerade in den letzten 25 Jahren vermehrt beobachtet wird. Die Ernährungswissenschaft macht diese Veränderung – zumindest teilweise – für die hohe Anzahl übergewichtiger Menschen verantwortlich. Drei geregelt Mahlzeiten am Tag werden nur noch von wenigen eingehalten, meist dominiert unregelmäßiges Essen mit vielen Zwischenmahlzeiten.

Natürlich ist es bei häufigem Snacking schwierig, den Überblick über die Menge und Art der aufgenommenen Lebensmittel zu behalten. Drei geregelte Mahlzeiten, also Frühstück-, Mittag- und Abendessen verzehren wir bewusster, besonders, wenn wir uns Zeit zum Essen nehmen. Snacking läuft hingegen häufig nebenbei ab, zum Beispiel abends vor dem Fernseher oder untertags in der Arbeit vor dem PC. Dabei ist uns gar nicht klar, wie viel wir eigentlich snacken. Die Aussage, Snacking führe zu disziplinlosem Essen, ist demnach teilweise wahr, kann jedoch nicht pauschalisiert werden. Snacking kann nämlich durchaus gesund gestaltet werden und wunderbar in eine ausgewogene Ernährung integriert werden.

 

Snacks haben den Ruf „Dickmacher“ zu sein. Woran liegt das deiner Meinung nach?

Der Begriff "Snack" wird meist mit Schokolade, Chips, Backwaren oder sonstigen Naschereien in Verbindung gebracht. Diese sind jedoch nicht nur wahrhaftige Kalorien- und Zuckerbomben, sondern enthalten zusätzlich noch eine ganze Menge ungesunder Fette. Auch Nüsse können sich negativ auf dein Hüftgold auswirken, wenn du die täglich empfohlene Menge von einer Hand voll überschreitest. Werden die klassischen Snacks jedoch mit gesunden Alternativen ersetzt, werden sie diesem Ruf natürlich nicht gerecht. Vielmehr können sie dann zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen.

 

Gibt es eine gesunde Art des Snacking?

Natürlich kann man gesund snacken – dafür sollte man drei Punkte einhalten. Zum einen sollte bei der Snackmenge nicht übertrieben werden, eine Hand voll Nüsse oder getrocknete Früchte sind komplett ausreichend. Außerdem sollten zucker- und kohlenhydratreiche Snacks vermieden werden, also ein Wurstbrot, Süßigkeiten oder ein Stück Kuchen. Greife lieber auf Gemüsesticks, Obst oder Nüsse zurück. Snacke ganz bewusst und gebe dich nicht jedem kleinen Hungergefühl hin. Eins solltest du wissen – Hunger ist ganz normal und signalisiert nicht immer sofort, dass du etwas essen musst. Ein guter Früchtetee oder ein gepimptes Wasser mit Zitrone und Ingwer können dir sehr gut dabei helfen, eine Heißhungerattacke zu überwinden.

Was snackst du am liebsten und was empfiehlst du Menschen, die ihre Snacking-Gewohnheiten umstellen wollen?

Mein Lieblingssnack ist eine Hand voll gemischter Nüsse und eine Portion Obst. Dadurch versorge ich meinen Körper mit wertvollen Fettsäuren, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen.

Wenn du mal Lust auf eine süße Nascherei hast, dann esse diese direkt zum Mittag- oder Abendessen und nicht zwischendurch. Dadurch gefährdest du die Fettverbrennungsphase nicht, in die dein Körper zwischen den Mahlzeiten schaltet. Wenn du ein Nachmittagstief hast, greife unbedingt auf gesunde Snacks zurück und lasse die Süßigkeiten oder das Stück Kuchen unberührt. Deinem Verlangen nach einer süßen Zwischenmahlzeit kannst du auch gut entgegenwirken, indem du in dein Mittag- oder Abendessen eine süße Zutat integrierst. In deinen Salat kannst du beispielsweise getrocknete Physalis oder Maulbeeren, frische Himbeeren oder Granatapfel geben und dein Pausenbrot kannst du mit einer Hand voll Weintrauben kombinieren.

Über die Autorin

Veronika Schnittke ist begeisterte Ernährungswissenschaftlerin. Die Vielschichtigkeit und Komplexität der menschlichen Ernährung hat sie schon immer sehr fasziniert. Aus diesem Grund hat sie sich vor 5 Jahren dazu entschlossen, Ernährungswissenschaften an der Technischen Universität München zu studieren.

Sie sieht es als ihre besondere Aufgabe an, die Bevölkerung über eine ausgewogene und vollwertige Ernährung aufzuklären, um so die Gesundheit und das Wohlbefinden jedes Einzelnen zu verbessern.

 

 

Tipp: In unserem Artikel über Food Craving kannst du nachlesen, welche versteckten Botschaften dein Körper dir sendet und wie diese am besten interpretiert werden können. Heißhunger muss nicht für das Ende einer gesunden und ausgewogenen Ernährung stehen!